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Allgemeine Informationen B-Vitamine

In der Gruppe der B-Vitamine sind acht lebenswichtige Substanzen zusammengefasst. Die Nummerierung von B1 bis B12 ist nicht durchgehend: Bei einigen Stoffe, die ursprünglich zu dieser Familie zählten, stellte sich später heraus, dass sie der Definition „Vitamin“ nicht entsprachen. Die Pangamsäure zum Beispiel, früher Vitamin B15 genannt, kann vom Körper selbst produziert werden und gilt daher nicht als Vitamin.

B-Vitamine sind wasserlöslich. Die meisten von ihnen können daher vom Körper nur sehr schlecht gespeichert werden. Wir scheiden sie mit dem Urin aus. Es ist also wichtig, diese Stoffe regelmäßig mit der Nahrung aufzunehmen. Führen wir beispielsweise unserem Körper 14 Tage lang kein Vitamin B1 (Thiamin) zu, so sind die Reserven zu 50 Prozent aufgebraucht.

B-Vitamine kommen in einer Vielzahl von tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor, insbesondere in Nüssen, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Kohl, Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Eine Ausnahme stellt Vitamin B12 (Cobalamin) dar: Es ist in pflanzlicher Nahrung nicht enthalten.

Als erstes B-Vitamin wurde das Thiamin (Vitamin B1) entdeckt. Der niederländische Arzt und Nobelpreisträger Christiaan Eijkman (1858–1930) hatte in einem Militärhospital der indonesischen Stadt Batavia (heute Jakarta) beobachtet, dass Menschen und Hühner an Beri-Beri litten, einer Krankheit die sich unter anderem durch einen wackligen Gang und zittrige Knie bemerkbar macht. Diese Symptome brachten ihr übrigens auch den Namen Beri-Beri ein, zu deutsch „Schafsgang“. Eijkmann wies 1897 nach, dass das Leiden mit dem weißem, geschältem Reis zusammenhing, der Anstelle des traditionellen braunen auf dem Speisezettel von Mensch und Tier stand. Der Arzt verfütterte die Reiskleie, die beim Schälen und Polieren der Körner entfernt wird, an die kranken Hühner und der Mangel war behoben. Im Jahr 1912 isolierte der polnische Biochemiker Casimir Funk aus Reiskleie einen Stoff, der Beri-Beri zu heilen vermochte. Es handelte sich um Thiamin, das wir heute unter der Bezeichnung Vitamin B1 kennen. Funk kreierte übrigens auch das Kunstwort „Vitamin“. Es setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort „vita“ für „Leben“ und „Amin“, der chemischen Bezeichnung für bestimmte Stickstoffverbindungen.