Passiflora incarnata
Beruhigende Naturarzneien, um deren besänftigende, tröstliche Wirkung die Menschheit schon seit mehreren Jahrhunderten weiß, haben sich in den letzten Jahren als gute Alternativen zu chemischen Arzneimitteln erwiesen.
Besonders die beruhigende Kraft der Passionsblume wurde in den letzten Jahren wieder entdeckt.
Die Passionsblume (Passiflora incarnata)
Schon die Azteken nutzen die Passionsblume zur Behandlung von Einschlafstörungen und Nervosität. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Passionsblume stammen aus dem Jahr 1552. Über die Wirkungen der Passionsblume wurde zum ersten Mal im Jahr 1649 in einem Buch über die medizinisch verwendbaren Drogen aus der Neuen Welt gesprochen. Sie helfe gegen Einschlafstörungen und Melancholie, wurde damals berichtet.
Der durch Passionsblumenkraut herbeigeführte Schlaf wurde als friedlich und erholsam, der Zustand der Behandelten als ausgeruht und entspannt beschrieben. Die Passionsblume kam Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa, wo sie zunächst wegen ihrer Schönheit als Zierpflanze in die botanischen Gärten Einzug hielt.
Den Namen Passionsblume erhielt die Pflanze aufgrund einer mystischen Vision des Missionars Simone Parlasca. Im Jahre 1605 sah er die Teile der Blüte als Hinweise auf die Leidensgeschichte Christi (Passion). So sah er in den Blütenblättern die zehn getreuen Jünger Christi und in den Fäden der Nebenkrone dessen Dornenkrone.
Seit dem 20. Jahrhundert ist die Passionsblume in Europa eine offizielle Arzneidroge. Während sie für lange Zeit nur in Kombination mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen, wie z. B. mit Baldrian und Johanniskraut zur Behandlung depressionsähnlicher Verstimmungen oder mit Melisse und Baldrian zur Beruhigung verwendet wurde, zeigte sich erst in letzter Zeit, dass Passionsblumenkraut auch als Einzelwirkstoff ein verlässliches Mittel zur Behandlung von nervöser Unruhe ist.
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