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Seitenabruf: 21.11.2008 10:52:03
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Manche Menschen können sehr gut mit Stress umgehen, weil sie in ihrer freien Zeit sehr gut abschalten und entspannen können. Sie machen sich gemeinhin wenig Gedanken über Dinge, die sein oder passieren könnten, leben im Einklang mit sich selbst und strahlen deshalb Ruhe und Zufriedenheit aus.
Leider sind solche Menschen heute eher in der Minderheit. Eine Vielzahl von Menschen reagiert dagegen empfindlich auf Stress. Wie neueste Forschungsergebnisse zeigen, wird die Fähigkeit, mit Stress umzugehen, bereits im Mutterleib programmiert. So weiß man z. B., dass Menschen, die ein eher geringes Geburtsgewicht hatten, anfälliger für stressbedingte Erkrankungen sein können. Ist die Mutter während der Schwangerschaft starkem Stress ausgesetzt, scheint dies ebenfalls die Entstehung seelischer Probleme zu begünstigen.
Weitere Grundsteine für die individuelle Art, mit Stress umzugehen, werden durch die Erziehung und dadurch, wie unsere Vorbilder, beispielsweise Eltern und Spielkameraden, mit Stress und Sorgen umgehen, gelegt.
Der Begriff Stress leitet sich vom lateinischen Wort „distringere“ für „beanspruchen, einengen“ ab. Mit Stress wird im Allgemeinen eine durch bestimmte Situationen oder Anforderungen ausgelöste, körperliche und seelische Reaktion bezeichnet, die mit der Ausschüttung von sogenannten Stresshormonen einher geht.
Die ursprüngliche Funktion der Freisetzung von Stresshormonen lag bei unseren Vorfahren und liegt bei Tieren, die die Stressreaktion mit uns teilen, darin, den Körper auf einen möglichen Kampf oder eine Flucht vorzubereiten. Der Blutdruck steigt an, die Muskulatur wird besser durchblutet, das Herz schlägt schneller, die Atmung wird angeregt und der Blutzuckerspiegel steigt an. Der Körper wird so darauf vorbereitet, eine anstrengende Arbeit zu verrichten: entweder so schnell wie möglich zu laufen oder aber einen Kampf auf Leben und Tod auszufechten.
Die alltäglichen Stress-Situationen der heutigen Zeit haben mit denen unserer Vorfahren so gut wie nichts mehr gemein. Wenn wir von Stress reden, meinen wir das Hetzen von Termin zu Termin, Konflikte mit anderen Menschen, emotionale Belastungen und Ähnliches.
Der menschliche Körper reagiert auf diese Art Stress aber immer noch genauso, wie es in unseren Genen seit Jahrtausenden programmiert ist: Die Stresshormone werden ausgeschüttet und der Körper bereitet sich somit immer noch auf eine große körperliche Anstrengung vor. Das Problem der heutigen Zeit liegt darin, dass die Vorbereitung des Körpers ins Leere läuft, weil wir uns häufig nicht mehr körperlich abreagieren, wie es unsere Vorfahren getan haben. Die Reaktion unseres Körpers auf Stress ist also eigentlich nicht mehr zeitgemäß.
Die Reaktion auf Stress soll den Menschen eigentlich dazu befähigen, mit den an ihn gestellten Anforderungen leichter fertig zu werden. Stress hat aber, wie wir alle wissen, anstrengende körperliche und seelische Nebenwirkungen.