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Homöopathische Arzneistoffe

  1. Repertorisation
  2. Der Arzneistoff Bryonia
  3. Der Arzneistoff Thuja
  4. Der Arzneistoff Kalium bichromicum

In diesem Teil werden beispielhaft einige wenige homöopathische Arzneistoffe vorgestellt, um das Prinzip der Arzneimittelwahl im homöopathischen Bereich zu verdeutlichen. Aber Achtung: Eine Selbstbehandlung mit homöopathischen Mitteln setzt umfangreiche Kenntnisse voraus und kann auf keinen Fall einen notwendigen Besuch beim Therapeuten ersetzen. Daher gilt aber das gleiche wie für alle anderen Arzneimittel:

Bei Zweifeln konsultieren Sie auf jeden Fall Ihre(n) Therapeuten/Therapeutin bzw. fragen Sie Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin um Rat!

Repertorisation

Unter dem Fachbegriff "Repertorisation" wird der Prozess der Festlegung des oder der Arzneistoffe für den individuellen Fall verstanden. Hierbei stellt der Therapeut viele Fragen, die das konkrete Beschwerdebild beleuchten, aber auch völlig andere Bereiche z. B. länger zurückliegende Erkrankungen, die Lebenssituation oder gesundheitliche Probleme der Eltern und vieles andere betreffen können. Jeder Arzneistoff enthält in seinem Arzneimittelbild sehr viele verschiedene Symptome, die von Kopf bis Fuß gehen können. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass in der homöopathischen Betrachtungsweise Schmerzen nicht gleich Schmerzen sind. So werden - anders als in der Schulmedizin - ziehende oder reißende Schmerzen mit einem anderen Stoff behandelt als stechende oder dumpfe Schmerzen. Die genauen Gegebenheiten sowie evtl. Modalitäten sind in den (oft mehrere) Seiten umfassenden Arzneimittelbildern dokumentiert. Hier sind einige kurze Auszüge aus drei Arzneimittelbildern als Beispiel aufgelistet.

Der Arzneistoff Bryonia

Im Arzneimittelbild von Bryonia finden sich unter anderem die folgenden Symptomatiken:

Bryonia (Zaunrübe)

Der Arzneistoff Thuja

Im Arzneimittelbild von Thuja finden sich unter anderem die folgenden Symptomatiken:

Thuja (Lebensbaum)

Der Arzneistoff Kalium bichromicum

Im Arzneimittelbild von Kalium bichromicum finden sich unter anderem die folgenden Symptomatiken:

Kalium bichromicum (= Kaliumdichromat)

Hieraus wird ersichtlich, dass die meisten homöopathischen Arzneistoffe prinzipiell für eine ganze Reihe von Beschwerden einsetzbar sind. So kann z. B. ein homöopathisches Arzneimittel, welches die Wirkstoffe Thuja, Kalium bichromicum und Bryonia enthält, je nach Patient für Beschwerden im Bereich Erkältung, Gelenkproblemen oder Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden.

So wird auch verständlich, dass viele homöopathische Präparate im Beipackzettel keine Angaben zu den Anwendungsgebieten tragen.

 
Der Therapeut muss unter Kenntnis der Patientensituation und den einzelnen Arzneimittelbildern abwägen, welche Kombination im Einzelfall geeignet ist.