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Das Lymphsystem

Aufbau und Funktion des Lymphsystems

  1. Das Lymphsystem im Hals-Nasen-Rachenbereich (HNR)
  2. Wie entsteht eine Erkältung - Die Rolle des Lymphsystems
  3. Wie kann man das Lymphsystem bzw. Abwehrkräfte unterstützen?

Den Begriff Lymphe kann man bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Däne Thomas Bartholin (1616-1680) bezeichnete die Gefäße, die von ihm als natürliches Reinigungs- und Überrieselungssystem angesehen wurden, als „vasa lymphatica“ und deren Inhalt als „lympha“ (= klares Wasser vom lateinischen limpidus = klar). Die Lymphe ist eine hellgelbe und meist klare Flüssigkeit, die ähnlich wie das Blutplasma zusammengesetzt ist (ca. 94% Wasser, 4% Proteine, 2% sonstige Substanzen sowie Abwehrzellen) und –auch ähnlich wie das Blut- in einem Gefäßsystem im Körper zirkuliert.

Es ist erstaunlich, dass zwar die meisten Menschen die Bedeutung des Blutes kennen; was aber die Lymphe für eine Funktion in unserem Körper hat, wissen die Wenigsten. Leider gilt das nicht nur für den Laien: Das Thema Lymphe spielt auch in der medizinischen Ausbildung kaum eine Rolle. Entsprechend wird die Lymphe nur selten in die Behandlung der verschiedenen Krankheiten, bei denen sie eine entscheidende Rolle spielen kann, mit einbezogen. Wenn Sie diesen Ratgeber durchgelesen haben, werden Sie sich zu Recht fragen, wie das sein kann.

Lymphgefäße und Lymphknoten

Lymphgefäße und Lymphknoten

Thomas Mann charakterisiert die Lymphe in seinem „Zauberberg“ ganz poetisch: „Die Lymphe, das ist das Allerfeinste, Intimste und Zarteste in dem ganzen Körperbetrieb. Man spricht immer vom Blut und seinen Mysterien und nennt es einen besonderen Saft. Aber die Lymphe ist ja erst der Saft des Saftes, die Essenz…“ Er begann zu schildern, „wie das Blut nicht unmittelbar an die Zellen herankomme, sondern wie der Druck, unter dem es stehe, einen Extrakt und Milchsaft davon durch die Gefäßwände schwitzen lasse und ihn in die Gewebe presse, sodass er überall hindringe, als Gewebsfl üssigkeit jedes Spältchen fülle und das elastische Zellgewebe dehne und spanne. Das sei die Gewebsspannung, der Turgor. Und wieder der Turgor seinerseits mache, dass die Lymphe, wenn sie die Zellen lieblich bespült und Stoff mit ihnen getauscht habe, in die Lymphgefäße getrieben werde, die Vasa lymphatica, und zurück in das Blut fließe, es seinen täglich anderthalb Liter.“

Aufgaben der Lymphe
• Transportfunktion
• Abwehrfunktion

Transportfunktion der Lymphe Lymphbildung im Kapillargebiet

Transportfunktion der Lymphe - Lymphbildung im Kapillargebiet

Die meisten Substanzen, die unser Körper braucht (Flüssigkeit, Nährstoffe, Sauerstoff, Wirkstoffe…) werden über das Blut zu ihrem Zielort transportiert. Hier treten sie aus den Blutgefäßen aus und gelangen zum Ort ihrer Bestimmung. Es kommt zum Stoffaustausch. Viele „Abfallprodukte“ werden wieder zurück ins Blut transportiert, um dann über die Ausscheidungsorgane unseren Körper verlassen zu können. In den Bereichen des Stoffaustausches sind die Blutgefäße ganz fein, sodass sie größere Partikel gar nicht aufnehmen können. Das bedeutet, dass Zell- und Gewebetrümmer, die erneuert werden müssen, sowie große Eiweiß- und Fettmoleküle nicht über das Blut transportiert werden können. Hier kommt nun das Drainagesystem Lymphe ins Spiel. Es funktioniert wirklich ganz ähnlich wie ein Drainagerohr im Boden. Die blind endenden Lymphgefäße können sich öffnen und nehmen einen Teil der Gewebeflüssigkeit und die darin schwimmenden großen Bestandteile auf: Lymphe ist entstanden. Diese wird in den Lymphgefäßen durch den Körper befördert, bis sie in Herznähe ins Blutgefäßsystem mündet.

Auf dem Lymph-Weg werden auch die Abwehrzellen und die von ihnen „aufgesammelten“ Krankheitserreger und Fremdstoffe transportiert und in den Organen des Lymphsystems unschädlich gemacht. Manchmal ist das Lymphsystem dabei überfordert. Das erkennt man daran, dass nicht alle Stoffe schnell genug abtransportiert werden können – eine Schwellung (in der Fachsprache: ein Lymphödem) entsteht. Jeder kennt dieses Phänomen von einer Verletzung: Das Blut transportiert die für die Blutstillung und Heilung notwendigen Stoffe an den Ort des Geschehens. Nun ist es an der Lymphe, all die verletzten Gewebeteile, das ausgetretene Blut… aufzunehmen und abzuleiten. Vorübergehend ist das Lymphsystem dabei überfordert und es bleibt mehr Flüssigkeit zurück, als transportiert werden kann: die Schwellung ist entstanden. Ein ähnlicher Prozess läuft übrigens auch bei einer Entzündung, einer Infektion oder einer Allergie ab: Das Lymphsystem kann so stark gefordert sein, dass es seinen Aufgaben nicht ausreichend nachkommen kann und Schwellungen entstehen.

Abwehrfunktion der Lymphe

Unser Körper setzt sich mit einer Vielzahl von Strukturen und Mechanismen gegen Krankheitserreger zur Wehr (Haut–Barriere, Schleimhäute, Niesreflex, Husten, Magensäure). Neben diesen angeborenen Schutzfaktoren, die das Eindringen von Erregern verhindern sollen, gibt es Abwehrmechanismen, die erst durch den Kontakt mit dem Erreger aktiviert werden.
Je nach Erregerart werden unterschiedliche Abwehrzellen aktiv. Zu ihnen gehören:

B-Zellen - Die von ihnen gebildeten Antikörper* verbinden sich mit den Erregern und machen sie so unschädlich
T-Zellen - Sie unterstützen die Arbeit der B-Zellen und zerstören geschädigte Zellen und Erreger direkt
Fresszellen - Sie vernichten unspezifisch Erreger, kranke Zellen – alles, was vom Körper als „fremd“ erkannt wird
Knochenmark - hier werden die roten und weißen Blutkörperchen gebildet, aus den weißen Blutkörperchen entwickeln sich die Abwehrzellen
Thymus - auch Bries genannt. Er liegt vor dem Herzen. Ab der Pubertät bildet er sich zurück, sodass beim Erwachsenen nur noch Thymusreste, eingebettet im Thymusfettkörper, existieren. Im Thymus findet die Reifung bzw. das Training der T-Zellen statt.
Milz - liegt im linken Oberbauch unter dem Zwerchfell. Sie hat verschiedene Aufgaben, die das Blut betreffen (Abbau überalterter Blutzellen, Speicher für Gerinnungsplättchen). Sie ist aber auch ein wichtiges lymphatisches Organ: Hier vermehren
sich die Abwehrzellen, Antikörper* werden gebildet, Fremdstoffe werden vernichtet.

Die Abwehr findet im ganzen Körper statt. Einige Organe – und diese gehören alle zum Lymphsystem – erfüllen Spezialaufgaben:

Lymphatische Organe
Der Thymus beim Erwachsenen und beim Kind

Der Thymus beim Erwachsenen und beim Kind

Mandeln (=Tonsillen) - Dabei handelt es sich um lymphatisches Gewebe im Rachenraum. Die Aufgaben der Mandeln sind vergleichbar mit denen der Lymphknoten: Es handelt sich um Orte der Abwehr, in denen alle Abwehrfunktionen ineinander greifen.

Das lymphatische Gewebe (Mandeln) des Waldeyer-Rachenringes

Das lymphatische Gewebe (Mandeln) des Waldeyer-Rachenringes

Lymphknoten sind als Verzweigungs- und Filterstationen den Lymphbahnen zwischengeschaltet. Jeder Mensch hat etwa 600 (!) Lymphknoten. Die Größe variiert zwischen 0,2 und 3 cm. Jede Körperregion hat ihre regionalen Lymphknoten. Bis zur Mündung ins Venensystem in der Nähe des Herzens passiert die Lymphe mehrere Lymphknoten.

Die Aufgaben der Lymphknoten sind:

  • Filter und Depotmöglichkeit für Stoffe, die nicht in die Blutbahn gelangen dürfen
  • Vermehrung und Aktivierung der Abwehrzellen
  • Orte des konzentrierten Zusammenwirkens aller Abwehrfunktionen

Erst nachdem die Lymphe durch zahlreiche Lymphknoten quasi auf „Unbedenklichkeit“ hin kontrolliert und verändert wurde, wird sie über die großen Lymphgefäße ins Blut geleitet.

Bestandteile des Lymphsystems

  • Lymphflüssigkeit mit Abwehrzellen
  • Lymphgefäße (von feinen Kapillaren bis zu kräftigen Lymphstämmen, ähnlich Blutgefäße)
  • Lymphknoten
  • Mandeln (=Tonsillen)
  • Milz
  • Thymus
  • Knochenmark
  • Lymphatisches Gewebe überall im Körper, v.a. im Darm

Das Lymphsystem im Hals-Nasen-Rachenbereich (HNR)

Im Bereich der Haupt-Eintrittspforte für Krankheitserreger – dem Nasen-Rachen-Raum - hat unser Körper eine starke Barriere als Schutz vor unerwünschten Eindringlingen errichtet: den so genannten Lymphatischen Rachenring. Dazu gehören die Rachen-, die Zungen- und die paarigen Gaumenmandeln. Während die Gaumenmandeln auch beim Erwachsenen noch gut ausgebildet sind, sind die Rachenmandeln nur bei Kindern kräftig entwickelt und bilden sich im Laufe des Lebens zurück. Als Zungenmandel bezeichnet man das Lymphgewebe am Zungengrund. Die Zungenmandel ist allerdings auch bei ausgestreckter Zunge nicht sichtbar. Gerade bei Kindern, deren lymphatisches Gewebe sehr aktiv ist, können Gaumen-und Rachenmandeln im Zuge einer Erkältung mitunter so stark geschwollen sein, dass die Atmung beeinträchtigt sein kann. Früher wurden die Mandeln dann bedenkenlos entfernt – in der Überzeugung, sie seien überflüssig. Inzwischen hat man ihren hohen Wert für unser Abwehrsystem erkannt und Mandeln werden nur noch entfernt, wenn dies auch wirklich notwendig ist.

Wie entsteht eine Erkältung - Die Rolle des Lymphsystems

Erkältungen werden fast immer durch Viren ausgelöst. Mindestens 2 Faktoren müssen aber zusammenkommen, damit wir an einer Erkältung erkranken. Das bedeutet, es gibt auch mindestens 2 Strategien zur Vorbeugung von Infekten:

Faktoren, die zur Erkältung führen

Strategien zur Vorbeugung

Erkältungsviren in ausreichender Menge, gegen die wir noch nicht immun sind

Vermeidung des Kontaktes mit Erregern

Anfälliges Immunsystem

Stärkung des Immunsystems

Das wichtigste Terrain für die Auseinandersetzung mit Erkältungserregern sind die Schleimhäute und das lymphatische Gewebe im Nasen-Rachen-Raum. Intakte Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich sind die erste Barriere für Schnupfen-Viren. Der Schleim selber verhindert ein Eindringen der Erreger und die Flimmerhärchen auf den Schleimhäuten befördern die Viren in Richtung Rachen, wo sie mit dem Schleim abgehustet oder heruntergeschluckt werden. Ist es den Erregern trotzdem gelungen, die erste Barriere zu überwinden, werden sie von den so genannten Fresszellen erwartet. Diese geben Signale an alle anderen Abwehrzellen, die sich von nun an gezielt vermehren und sich mit dem „Eindringling“ auseinandersetzen. Sie können diesen Prozess an den nun einsetzenden typischen Erkältungsbeschwerden spüren.

Die Abwehr erfolgt im Mund- und Rachenraum besonders schnell und effektiv, weil in den Mandeln bereits alle Abwehrzellen konzentriert in den Startlöchern warten. Normalerweise läuft eine ganze Abwehrkaskade ab, an deren Ende die Erreger bekämpft sind und Gedächtniszellen gebildet wurden, die vor erneuter Erkrankung des gleichen Erregers schützen sollen. Leider sind Erreger von Erkältungskrankheiten sehr vielfältig und variabel, sodass es nicht auszuschließen ist, dass wir auch die nächste Infekt-Welle zu spüren bekommen.
Sind alle Abwehrhelfer fit, haben Erreger schlechte Chancen.

Pflegen Sie Ihr Immunsystem – Vorbeugung ist die einfachste und beste Form!
Beachten Sie dabei: Die meisten Immunreaktionen laufen im Lymphsystem ab. Eine Unterstützung des Lymphsystems ist demzufolge eine wertvolle Immunstärkung!

Wussten Sie schon, dass…
… es ganz normal ist, dass Kinder im Vorschulalter 8-12-mal jährlich an einem Infekt erkranken?

… die meisten (80-90%) Erkältungen von Viren hervorgerufen werden und Viren nicht auf Antibiotika-Gaben reagieren?

… wir im Laufe unseres Lebens durchschnittlich 200-300-mal an einem HNR*-Infekt erkranken. Das bedeutet, dass wir etwa 5 ganze Jahre unseres Lebens unter Erkältungen leiden?

… es wichtig ist, eine Erkältungserkrankung gut ausheilen zu lassen? Andernfalls könnte die körpereigene Abwehr so geschwächt werden, dass ein chronischer* Infekt oder eine Infektanfälligkeit entstehen könnten?

… Infekte im Kindesalter nicht nur unvermeidliches Übel, sondern sinnvoll sind? Jeder durchgemachte Infekt trainiert das Immunsystem.

Wie kann man das Lymphsystem bzw. Abwehrkräfte unterstützen?

Was kann die Abwehrkräfte schwächen?

Was kann die Abwehrkräfte bzw. das Lymphsystem stärken?

Vitalstoffarme Ernährung

Gesunde, vollwertige Ernährung

Bewegungsmangel

Viel Bewegung
(möglichst an frischer Luft)

Stress, Unzufriedenheit

Lebensfreude, Wechsel aus An- und
Entspannung, genügend Schlaf

Trockene Schleimhäute
(Heizungsluft, Klimaanlagen)

Frische Luft, viel Trinken,
natürliche Lebensweise

Schlechte Verdauung,
häufige Antibiotika-Gaben

Gesunde Ernährung,
Darmgesundheit

Umweltbelastungen
(Rauchen…)

Radikalfänger*, frische Luft,
vollwertige Ernährung

Träges Immunsystem

Abhärtung, Bewegung
(besonders: Schwimmen),
Immunstimulanzien*, Lymphmittel,
Lymphdrainage

Manuelle Lymphdrainage

Diese Sonderform der Massage wird von speziell geschulten Lymphdrainage-Therapeuten
durchgeführt. Mit sanften Bewegungen wird dabei die Lymphe in Lymphabflussrichtung
vorangetrieben. Eine Stimulation der für das jeweilige Gebiet zuständigen Lymphknoten geht dem voran. Auch für den Laien ist es sinnvoll zu wissen, dass durch sanfte, langsame und kreisförmige
Bewegungen eine Stimulation des Lymphflusses möglich ist.

 

Mit entsprechenden sanften Bewegungen im Bereich der Hals-Lymphknoten kann man den Lymphfluss so aktivieren. Idealerweise kombinierbar mit dem Auftragen einer Lymph-Salbe (LYMPHDIARAL® sensitiv Salbe N).

Gesunde Ernährung

Alle Abwehrzellen brauchen gerade in der Zeit höchster Aktivität eine ganze Reihe von Vitaminen und anderen Nährstoffen. Außerdem benötigen sie ein ausreichendes Angebot an Radikalfängern*, um optimal funktionieren zu können.

- ausgewogene Kost, die besonders reich an Obst und Gemüse ist
- ausreichende Versorgung mit den Radikalfängern* (eventuell Nahrungsergänzung mit Vitamin C, Zink, Selen).

Unterstützung des Lymphsystems

Natürlich ist es auch möglich, die Lymphtätigkeit medikamentös zu unterstützen. Dabei können beispielsweise die gut verträglichen homöopathischen Mittel zum Einsatz kommen. Sie enthalten in der Regel homöopathisch aufgearbeitete Substanzen, die die Abwehrkräfte steigern, gegen Schleimhautentzündungen wirken und/oder das Lymphgewebe gezielt stimulieren können.
Bewährt haben sich die Produkte aus der LYMPHDIARAL® Produktfamilie.