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Document Funktion und Aufbau des Gleichgewichtsystems
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Document Diagnose und Therapie
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Was kann man sonst noch tun?

  1. Tipps bei Reisekrankheiten
  2. Gleichgewichtstraining
  3. Allgemeine Verhaltensmaßnahmen

Tipps bei Reisekrankheiten

Häufig kommt es bei Reisen mit dem Auto oder Schiff zu Schwindel und Übelkeit. Da jeder menschliche Körper die Schwankungen des Reisemittels registriert, wird jeder Mensch prinzipell „Seekrank“. Ob körperliche Beschwerden auftreten, hängt von der Intensität der auf den Körper einwirkenden Kräfte und ebenso von der individuellen Empfindlichkeit ab. Gegenüber Reisekrankheiten sind Frauen meist anfälliger als Männer. Kinder bis zum Alter von zwei Jahren hingegen sind oft unempfindlich gegenüber dem Transport in einem Fahrzeug.

Die Beschwerden können jedoch durch Beachtung von einigen Verhaltensweisen gelindert werden: Generell sollte jede Reise nur im ausgeruhten Zustand angetreten werden. Bei Fahrten im Auto sollte der Blick in Fahrtrichtung gehalten werden und dabei der Horizont anfixiert werden. Wenn es möglich ist, vorn im Wagen mitfahren. Blicke aus dem Seitenfenster vermeiden. Lesen oder das Sichten einer Straßenkarte verschlechtern die Situation. Eine Erleichterung bringt das Schließen der Augen.

Bei Seefahrten sollte ein Aufenthalt am Drehpunkt des Schiffes gewählt werden. Auch hier sollte der Blick zum Horizont schweifen und ein Beziehungspunkt anfixiert werden. Es hat sich gezeigt, dass sich der Körper nach ca. drei Tagen an die Situation auf einem Schiff anpasst und die Beschwerden nachlassen.

Gleichgewichtstraining

Allgemeine Verhaltensmaßnahmen

Allgemein gilt: Eine vernünftige, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit (ca. 2 Liter) sind der Gesundheit zuträglich. Nikotin und Koffein verschlechtern in der Regel das Beschwerdebild und sollten daher möglichst vermieden werden. Förderlich für den Gesundheitszustand ist viel Bewegung, z.B. ein täglicher Spaziergang, Rad fahren oder leichte Gymnastik.

Bei der Bekämpfung von Schwindelzuständen, insbesondere bei Altersschwindel, muss beachtet werden: Die Angst vor einer Unsicherheit führt oftmals dazu, dass sich der Betroffene möglichst wenig bewegt und Situationen meidet, in denen die Unsicherheit auftreten kann.

Für die Aufrechterhaltung einer guten Raumorientierung und eines funktionierenden Gleichgewichtssystems ist es aber unbedingt notwendig, daß diese ständig trainiert werden. Es geschieht sonst genau das gleiche wie bei Muskeln, die längere Zeit (z.B. durch einen Gips) nicht benutzt werden: Die Fähigkeit zur Durchführung der eigentlichen Aufgabe nimmt ab, ebenso die Kraft, Geschicklichkeit und Schnelligkeit. Erst durch wieder einsetzende Übung kann die ursprüngliche Funktionsfähigkeit wieder hergestellt werden.

Im Falle einer Verminderung der Übung des Gleichgewichtssystems folgt daher, dass sich der Grundzustand des Patienten weiter verschlechtert. Dies kann einen Teufelskreislauf zur Folge haben: weniger Übung führt zur Unsicherheit, Unsicherheit führt zur Vermeidung von Bewegung, also zu weniger Übung usw.. Also gilt auch hier : "Wer rastet, der rostet."

Ein gezieltes Gleichgewichtstraining kann bessernd auf die Schwindelproblematik einwirken und ist sehr zu empfehlen. Nachfolgend einige leichte Übungen zum Training des Gleichgewichtssystems:

Eine Linie entlang laufen:
Markieren Sie sich eine gerade Linie auf dem Fußboden (z.B. mit Kreppband) oder verwenden Sie eine vorhandene Linie (z.B. Muster im Bodenbelag o.ä.). Gehen sie nun auf dieser vorwärts - genau auf dieser Linie entlang. Etwas schwerer: auch rückwärts gehen.

Auf einem Bein stehen:
Ziehen Sie im Stand abwechselnd ein Bein nach oben und versuchen Sie, diese Position einige Sekunden zu halten. Bei Bedarf mit einer Hand am Tisch oder Bett festhalten. Etwas schwerer: das gleiche ohne Festhalten mit nach vorne ausgestreckten Armen.

Augenbewegungen:
Bitte setzen Sie sich aufrecht hin und halten Sie den Kopf ruhig. Bewegen Sie nun den Zeigefinger waagrecht und senkrecht vor dem Gesicht hin und her. Verfolgen Sie ihn nur mit den Augen.

Auf der Linie seitwärts laufen:
Dies ist eine ähnliche Übung wie die zuerst genannte, aber statt vorwärts zu laufen, seitwärts bewegen, dabei die Beine überkreuzen.

Bitte denken Sie daran:
Möglichst viel Bewegung, möglichst wenig Ruhe