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Die Aufgaben des Verdauungssystems

  1. Die Aufgaben des Verdauungssystems
  2. Wie lange sind welche Speisen im Magen?
  3. Die Mundhöhle
  4. „Gut gekaut ist halb verdaut!“
  5. Der Magen
  6. Wenn uns etwas schwer im Magen liegt
  7. Der Zwölffingerdarm
  8. Nahrung wird zu Energie
  9. Der Dünndarm
  10. Im Sekret sind Bicarbonat zur Neutralisation und verschiedene Enzyme enthalten:
  11. Der Dickdarm und der Mastdarm
  12. Die Stuhlentleerung

Die Aufgaben des Verdauungssystems

Das Verdauungssystem hat die Aufgabe, die zugeführte Nahrung zu zerlegen und umzuformen. Dadurch hat der Körper die Möglichkeit, die Nährstoffe zu entziehen, die er benötigt. Die aufgenommenen Nahrungsbestandteile werden vom Körper an den Ort des Bedarfs gebracht, wo sie dann verwertet werden. Der Anteil an Nahrung, der nicht vom Körper aufgenommen werden kann, wird wieder ausgeschieden. Der Verdauungstrakt beginnt in der Mundhöhle und endet am After.

Er gliedert sich in folgende Einheiten:

Wie lange sind welche Speisen im Magen?

Um die Nahrung richtig durchzukneten, bewegt sich der Magen wellenförmig etwa 3--mal pro Minute. Wie lange der Magen benötigt, um die Nahrung für die weitere Verdauung im Darm vorzubereiten, hängt von der Zusammensetzung der Nahrung ab.

Faustregel: Je fetter das Essen, desto länger verweilt es im Magen!

Verweildauer von Speisen im Magen

Verweildauer

Nahrungsmittel

unter 1 Stunde

Tee, Kaffee, Boullion, Mineralwasser, Limonaden

1 - 2 Stunden

gekochte Milch, Joghurt, Magerquark, Weißbrot, magerer Käse, gekochter Fisch, Fruchtkompott, Reis, weichegekochte Eier

2 -3 Stunden

rohe Eier, rohe Milch, Kartoffeln, gekochte Teigwaren, Rührei, gekochtes Grüngemüse, gekochter Blumenkohl, Kirschen, Brot, Spargel gekocht

3 - 4 Stunden

Huhn gekocht, Salat, Rindfleisch roh oder gekocht, Schwarzbrot, Äpfel

4 - 6 Stunden

gebratenes Rindfleisch, Salzheringe, gebratener Hase, Pilze, Erbsenbrei, gekochte Schnittbohnen

8 Stunden und mehr

fettes Fleisch, Ölsardinen, Linsen, Gänsebraten, Kohl, Hülsenfrüchte

Quelle: Prof. Gerken, Universitätsklinik Essen, in WDR-Sendung rundumgesund vom 8.5.2003

Die Mundhöhle

Hier wird die Nahrung zerkleinert und mit Speichel durchmischt. Es finden hier bereits erste chemische Abbauprozesse statt: Das Enzym Amylase spaltet Stärke aus der Nahrung (z. B.
Kartoffeln) in aufnehmbare Kohlenhydrate. Man bemerkt dies am süßen Geschmack, wenn
man lange eine rohe Kartoffelscheibe kaut. Deshalb gilt folgender Satz noch immer:

„Gut gekaut ist halb verdaut!“

Je besser die Nahrung gekaut und eingespeichelt wird, desto problemloser kann die Verdauung ablaufen.

Der Magen

Der gekaute Speisebrei wird hier gespeichert und mit Magensaft durchsetzt. Der Magensaft besteht u.a. aus Wasser, Salzsäure und Enzymen. Durch den Magensaft wird das Nahrungseiweiß (z. B. aus Fleisch oder Käse) in eine für den Körper verwertbare Form gespalten. Außerdem dient der Magensaft zur Desinfektion.

Wenn uns etwas schwer im Magen liegt

Wie lange die Nahrung im Magen bleibt, hängt zwar auch davon ab, wie gut sie im Mund bereits zerkleinert wurde, aber entscheidend für die zum Teil extremen Zeitunterschiede sind doch Menge und Art der Speisen. Während eine klare Brühe den Magen bereits nach einigen Minuten verlässt, kann die Aufenthaltsdauer bei einem fetten Gänsebraten bis zu acht Stunden betragen!
Der Magen ist nicht das wichtigste Verdauungsorgan, er leistet jedoch wesentliche Vorarbeiten für den Darm, der dann die eigentliche Verdauung – die Zerkleinerung der Nahrungstoffe in körpergeeignete Nährstoffe – übernimmt.

Der Zwölffingerdarm

Der Zwölffingerdarm (lat.: Duodenum) hat seinen Namen deshalb erhalten, weil er so lang ist, wie zwölf Finger breit sind.

Nahrung wird zu Energie

Nachdem die Nahrung (Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate) im Magen gründlich vorverdaut wurde, wird sie in kleinen, darmgerechten Portionen in den Zwölffingerdarm transportiert und dort in ihre Hauptbestandteile, wie z. B. Fettsäuren, Aminosäuren und einfache Zucker zerlegt. Das geschieht unter dem Einfluss von Bauchspeichel und Galle, den Verdauungssäften, die nur in ausreichenden Mengen und gemeinsam ihre volle Wirkung entfalten können.

Der Dünndarm

Der Dünndarm (lat.: Jejunum) ist ca. 3–5 m lang und stark gewunden. Hier wird durch die Sekrete von Bauchspeicheldrüse und Dünndarmdrüsen der saure Nahrungsbrei des Magens neutralisiert und der Nahrungsaufschluss vervollständigt. Anschließend werden die Nährstoffe in die Blutbahn übernommen.

Im Sekret sind Bicarbonat zur Neutralisation und verschiedene Enzyme enthalten:

• fettspaltende Enzyme (= Lipasen)
• zuckerspaltende Enzyme (= Glycosidasen)
• kohlenhydratspaltende Enzyme (= Amylasen)

Diese Enzyme spalten die Nahrungsbestandteile auf und bringen sie in die Form, die der Körper zur Energiegewinnung benötigt. Der jetzt stark verflüssigte Nahrungsbrei wird im Dünndarm weiter aufgespalten, und die Nährstoffe werden in der Flüssigkeit gelöst. Und jetzt beginnt der wesentliche Teil der Nährstoffaufnahme: Die gelösten Nährstoffe werden
mit der Flüssigkeit durch die Zotten der Darmwand aufgesaugt und über die Blutbahn zur Leber und dann zu den anderen Organen und Körperregionen weitergeleitet. Dort werden sie in die für die Funktion des Körpers wichtige
Energie umgewandelt. Der Darmflora kommt während dieser wichtigen Phase der Verdauung und Nährstoffaufnahme eine besondere Bedeutung zu. Als Bestandteil der intestinalen Barriere hilft sie, schädliche und krankmachende Keime wie Bakterien, Pilze und Viren fernzuhalten.

Wenn die Darmflora einmal aus dem Gleichgewicht geraten ist, reicht oft eine Ernährungsumstellung allein nicht aus. In diesen Fällen kann der Therapeut eine sog. Darmsanierung durchführen. Die Zahl der schädlichen Darmbakterien wird dabei vermindert. Die Besiedlung des Darms mit einer gesunden Flora ist dann wieder möglich und wird durch das spezielle Therapieschema, was Ihnen Ihr Therapeut empfiehlt, unterstützt.

Der Dickdarm und der Mastdarm

Der nicht aufnehmbare Rest der Nahrung wird in den ca. 1,5 m langen Dickdarm (lat.: Colon) abgegeben und dort eingedickt. - Bei geringem Ballaststoff-Anteil der Nahrung wird das Wasser fast vollständig entzogen:
der Stuhl ist hart, die Menge klein.

- Bei hohem Ballaststoff-Anteil bleibt Wasser gebunden:

der Stuhl bleibt weich, die Menge genügend.

Nun wird der „fertige“ Kot im Mastdarm (lat.: Rektum) zur Stuhlentleerung bereitgestellt.

 

Die Stuhlentleerung

Die Ausscheidung erfolgt durch einen Reflex. Wird dieser oft unterdrückt, kann dadurch Verstopfung (lat.: Obstipation) zustande kommen.

Eine Entleerung zwischen 3 x täglich bis 3 x pro Woche ist NORMAL!

Vollwertkost und viel Bewegung sind förderlich, ballaststoffarme Kost wirkt sich negativ aus!