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Seitenabruf: 21.11.2008 12:03:52
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Manches, was über den Darm und seine Funktionen zu sagen ist, klingt wie eine Aufzählung aus dem „Buch der Rekorde“:
Damit der Körper überhaupt in der Lage ist, die großen Mengen lebenswichtiger Nährstoffe aus dem Darm aufzunehmen, ist die Innenwand des etwa 6 bis 6,5 m langen Dünndarms mit Millionen von winzigen, fingerförmigen Zotten besetzt. Dadurch wird die Oberfläche des Darms auf enorme 500 m2 vergrößert! Diese Oberfläche stellt die größte Kontaktfläche des Körpers mit der Umwelt dar. Im Vergleich dazu hat die Haut eine Oberfläche von 2 m2 und die Lunge eine Oberfläche von 100 m2.
Über die Darmzotten, in denen auch Blutgefäße und Lymphbahnen verlaufen, werden die aufbereiteten Substanzen, zusammen mit der Darmflüssigkeit, in die Blutbahn gebracht. Von dieser Schwerarbeit sind die Darmzellen schnell erschöpft, deshalb müssen täglich viele Millionen verbrauchter Zellen neu gebildet werden.
Die Darmzellen stellen jedoch nicht die einzige Barriere gegenüber der Außenwelt dar. Zusätzlich ist die Darmschleimhaut mit Antikörpern überzogen, die von Abwehrzellen des Immunsystems produziert werden. Tatsächlich befinden sich 80% der Abwehrzellen unseres Körpers in der Nähe des Darms.
Darüber hinaus bekommt der menschliche Körper Hilfe von zahlreichen Bakterien, die uns als „körpereigene“ Darmflora das gesamte Leben begleiten. Ohne diese winzig kleinen Helfer wäre der Mensch nicht überlebensfähig, denn die Bakterien der körpereigenen Darmflora schützen uns vor „fremden“ krankmachenden Bakterien, Pilzen und Viren.
Darmschleimhaut, Antikörper und körpereigene Darmflora bilden gemeinsam
eine effektive Barriere zwischen dem Körperinneren und der Außenwelt. Dies
schützt uns vor potenziellen Schadstoffen, die tagtäglich in unseren Darm
gelangen. Zu den Keimen der körpereigenen Darmflora gehören Bifidobakterien, Laktobazillen, E. coli Bakterien und Enterokokken. Eine ausreichende Anzahl dieser erwünschten Bakterien ist in erster Linie vom Nahrungsangebot abhängig. Hauptnahrungsquelle sind neben dem Darmschleim die für den Menschen unverdaulichen Nahrungsbestandteile, in erster Linie Ballaststoffe.
Aus Ballaststoffen bilden die Bakterien der natürlichen Darmflora verschiedene Fettsäuren. Diese säuern das Milieu im Dickdarm an und unterdrücken so das Wachstum von unerwünschten Fäulniskeimen. Fäulniskeime reichern sich z. B. bei einem Überangebot von Fetten und Eiweißen im Darm an. Als Folge kann es zu vermehrter mikrobieller Gasbildung (Blähungen) oder der
Produktion verschiedener Schadstoffe (Ammoniak, Histamin…) kommen. Ein erhöhter Stuhl-pH-Wert gibt hierbei wichtige Hinweise auf eine gestörte Darmflora. Pilze (z. B. Hefen wie Candida) gelangen tagtäglich in den Darm. Diese Keime können normalerweise kein Unheil anrichten, da sie sich bei intakter Darmflora nicht ansiedeln und vermehren können.