www.pascoe.de - Naturheilkunde.de

Nächtliche Ruhelosigkeit und innere Anspannung

Schlaf muss sein

Der „normale“ Mensch verschläft etwa 1/3 seines Lebens. Doch dabei ist er keinesweg untätig, denn im Schlaf läuft eine hochorganisierte Abfolge lebenswichtiger Prozesse ab, die ihn fit für den nächsten Tag machen.

Ruhelosigkeit, innere Anspannung

In der Nacht findet die lebensnotwendige Regeneration von Körper und Geist statt. Wenn man müde wird, signalisiert der Körper, dass er Erholung braucht. Dabei wird in der Zirbeldrüse des Gehirns das Hormon Melantonin ausgeschüttet, das alle Körperfunktionen auf die Nacht vorbereitet. Im Schlaf laufen alle körperlichen Vorgänge auf Sparflamme: Atmung und Puls werden langsamer, der Blutdruck sinkt und die Körpertemperatur fällt ab. Der Mensch ist in dieser Ruhephase vermindert erregbar und nimmt Reize aus der Umwelt kaum oder gar nicht wahr. In dieser Zeit werden Stoffwechselprodukte abgebaut, die sich während des Tages angesammelt haben. Die Zellerneuerung läuft auf Hochtouren und auch das Immunsystem wird aktiviert: Abwehrzellen machen Eindringlinge wie Bakterien und Viren unschädlich.

Für die psychische Regeneration ist der Traum zuständig: In der ersten Nachthälfte verarbeitet man die Tageserlebnisse aus dem Berufs- und Privatleben. In der zweiten Nachthälfte wird der Phantasie freien Lauf gelassen. Sie ist von irrealen und grotesken Träumen begleitet. Im Schlaf tankt der Mensch also Energie für den nächsten Tag; er „lädt die Akkus auf“.

Wenn die Nacht zum Tag wird

In Industriegesellschaften richtet sich der Schlafrhythmus nur selten nach der biologischen Uhr des Menschen. Flexible Arbeitszeiten, 24-Stunden-Services sowie Nacht- und Wechselschichten machen die Nacht zum Tag und den Tag zur Nacht; „Hell-Dunkel-Takt“ und „innere Uhr“ geraten aus dem Gleichgewicht. Zudem ist der Schlaf während des Tages weniger erholsam und regenerativ. Solche „unnatürlichen“ Schlafgewohnheiten rufen früher oder später Schlafprobleme hervor.

Aber auch Sorgen und Schwierigkeiten können die Nachtruhe stören. Oftmals sind einschneidende berufliche oder private Veränderungen die Ursache für ein Schlafdefizit. Die Gedanken kreisen endlos, man bekommt kein Auge zu und „zählt Schäfchen“, anstatt in den Schlaf zu sinken. In der Regel kommt die Nachtruhe wieder zurück, sobald sich die Probleme gelöst haben.

Hält der Schlafmangel dauerhaft an, kann er das seelische und körperliche Gleichgewicht stören. Man fühlt sich morgens „wie gerädert“ und braucht einen langen Anlauf in den Tag. Die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit lassen nach, man ist gereizt, kaum belastbar und reagiert nicht selten aggressiv. Probleme in Freundeskreis, Familie und im Beruf können die Folge sein.

Ständige Müdigkeit kann eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit bedeuten. Dass ein Großteil der Arbeits- und Verkehrsunfälle auf Übermüdung und mangelnde Konzentration zurückzuführen ist, ist nicht verwunderlich.