Die Rolle des Abwehrsystems
Betrachten wir nun das Abwehrsystem etwas näher. Seine Aufgabe besteht darin, den Körper vor Krankheitserregern und Schadstoffen zu schützen. So werden bis zu einem gewissen Maße beispielsweise Bakterien und Viren in Schach gehalten. Bei jedem Kontakt mit ihnen - über welchen Weg auch immer er zustande kommt, über den Magen-Darm-Kanal oder durch die Haut oder über die Atemwege - löst das Immunsystem Alarm aus.
Der Körper bildet gegen die Eindringlinge die so genannten Antikörper, die versuchen, die Fremdstoffe in der Blutbahn "dingfest" zu machen. Antikörper sind bei näherer Betrachtung nichts anderes als Eiweißstoffe, die sehr kompliziert aufgebaut sind und an ihrer Oberfläche bestimmte Strukturen aufweisen, mit deren Hilfe sie sich an die Eindringlinge binden und verklumpen. So werden die Fremdstoffe unschädlich gemacht.
Die Fremdstoffe werden auch als Antigene bezeichnet, und die eben geschilderte ablaufende Reaktion wird in der Wissenschaft als Antigen-Antikörper-Reaktion bezeichnet. Sie ist auch unter der Bezeichnung "Überempfindlichkeitsreaktion" bekannt.
Eine wichtige Eigenschaft des Immunsystems ist es, dass nicht jeder Antikörper mit jedem Fremdstoff reagieren kann: Beide müssen zueinander passen wie ein Schlüssel in ein Schloß. Da der Körper nicht wissen kann, welche Eindringlinge er bekämpfen muß, produziert er eine große Menge unterschiedlicher Antikörper. Passt nun einer von ihnen auf einen Fremdstoff und verbindet sich mit ihm, dann meldet er an den Körper mit Hilfe von Botenstoffen, dass er einen Fremdkörper erkannt hat. Das Abwehrsystem produziert daraufhin eine große Menge weiterer Antikörper genau dieser Bauart, damit die Gefahr gebannt werden kann.
|