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Geschichte der Lymphologie

Das Lymphsystem – seit langem bekannt und doch noch immer wenig beachtet

Das Wissen über das Lymphsystem geht bis auf den griechischen Arzt Hippokrates, also ca. 2400 Jahre, zurück. Er wusste bereits, dass unser Körper ein Gefäßsystem mit einer durchsichtigen Flüssigkeit besitzt.

Dann verging viel Zeit, bis im 17. Jahrhundert weitere Meilensteine in der Erforschung des Lymphsystems erreicht wurden:

  • 1622 wies der Italiener Gaspare Aselli beim Hund Lymphgefäße nach.
  • Der Franzose Jean Pecquet entdeckte die Bauchzisterne und den Milchbrustgang.
  • Der Däne Thomas Bartholin beschrieb erstmals das Lymphgefäßsystem und führte den Begriff „Lympha“ (= klares Wasser, vom lateinischen limpidus = klar) ein.

Mehr als die Hälfte aller Lymphgefäße entdeckte und dokumentierte der Italiener Paolo Mascagni (1752-1815). Er schuf ein Werk mit 41 kolorierten Kupferstichen über das menschliche Lymphsystem, welche als wahre Meisterwerke gelten.
Goethes Freund Professor Justus Christian von Loder beschrieb und zeichnete das Lymphsystem in einer Form, die heute noch weitestgehend Gültigkeit besitzt. Ihm ist auch die Entdeckung der feinen Lymphbahnen in der Unterhaut, die als Ausweichgefäße fungieren, zu verdanken. Sie sind eine entscheidende Voraussetzung für das Funktionieren der Manuellen Lymphdrainage.

Die Manuelle Lymphdrainage, die heute immer mehr als wirksame Therapieform bei Lymphödemen* akzeptiert wird, geht auf den dänischen Physiotherapeuten, Biologen und Philologen Dr. Erwin Vodder (1897-1985) und dessen Frau zurück. Während seiner Tätigkeit als Masseur stellte er fest, dass bei Nasennebenhöhlenentzündungen und Akne kreisende Bewegungen im Gesicht hilfreich waren. Gemeinsam mit seiner Frau entwickelte er die Methode der Manuellen Lymphdrainage nach Vodder.

Erst durch die Zusammenarbeit mit dem deutschen Arzt Dr. Johannes Asdonk (1910-2003) gelang die medizinische Anerkennung dieser Methode, die seither bei den verschiedensten Beschwerden angewandt wird:

  • Lymphödeme
  • stauungsbedingte Schmerzen
  • Gewebeentschlackung
  • Sportverletzungen
  • Hauterkrankungen, Kosmetik

Während der Zusammenarbeit von Asdonk und dem ungarischen Arzt Prof. Dr. Michael Földi in der ersten lymphologischen Fachklinik im Schwarzwald entstand die „Komplexe Physikalische Entstauungstherapie“ zur Behandlung von Lymphödemen.

Sie setzt sich zusammen aus folgenden Komponenten:

  • Hautpflege
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Kompression und
  • Bewegung

Neuerdings werden diesen Maßnahmen noch 2 weitere hinzugefügt:

  • Ernährung und
  • Motivation

Erfahrungen von Therapeuten haben gezeigt, dass sich die Erfolge der Manuellen Lymphdrainage mit homöopathischen Lymphmitteln noch verstärken lassen.

*Lymphödem: Lymphflüssigkeitsansammlung im Gewebe durch Behinderung des Lymphabflusses oder Überlastung der Lymphgefäße.

Literaturquelle:
Die Geschichte der Lymphologie Teil 1. LymphoOpt Magazin für Lymphe, Venen, Gesundheit und mehr. Nr.5, Ausgabe Winter 2004/05