Familie:
Korbblütengewächse (Asteraceae)
Namen:
Silybum marianum (lat.), Milk-thistle (engl.)
Carduus war schon zu Zeiten der alten Römer die Bezeichnung für Disteln. Die Wortteile Marianus bzw. „Marien-“ weisen auf eine alte Legende hin, nach der die weißen Streifen und Flecken auf den Blättern von der Milch der Mutter Gottes herrühren sollen. Bezeichnungen wie Stichsamen und Stichkürn haben ihren Ursprung darin, dass die Samen in der Volksheilkunde gegen Seitenstechen gebraucht wurden.
Verbreitung, Vorkommen:
Die Mariendistel ist in trockenen und sonnigen Lagen Südeuropas und Nordafrikas heimisch und wird in Mittel- und Osteuropa kultiviert.
Beschreibung:
Die bis zu 2 Meter hohe Pflanze ist ein- oder zweijährig. Im unteren Bereich des aufrechten Stängels befinden sich vielbuchtig gelappte Laubblätter, die weißlich gefleckt sind und kräftige gelbe Dornen tragen. Arzneilich verwendet werden die Früchte und das getrocknete Kraut.
Wirkstoffe:
U. a. Flavonoide, wie Apigenin; in den Früchten: Silymarin (Flavonollignane)
Heutige Verwendung:
Die heutige Anwendung geht zurück auf Johann Gottfried Rademacher (1772-1850) und bezieht sich im Wesentlichen auf die Therapie von Lebererkrankungen. Nachdem die Droge lange in Vergessenheit geraten war, wurde sie in jüngster Zeit intensiv untersucht: Ihre Wirkung bei Lebererkrankungen und verschiedenen Verdauungsbeschwerden ist vielfältig bewiesen worden.
Neben der Anwendung in Form von pflanzlichen Arzneimitteln spielt Carduus marianus auch in der Homöopathie eine große Rolle. Hier wird sie bei Erkrankungen der Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse und Venen eingesetzt. Während mit der Lymphe Schadstoffe (Krankheiterreger, Stoffwechselschlacken, Gifte) transportiert werden, ist die Leber dafür zuständig, diese abzubauen. Eine Lymphbelastung zieht somit immer auch eine Leberbelastung nach sich. Deshalb ist in vielen homöopathischen Lymphmitteln auch Carduus marianus enthalten, um die Leber zu unterstützen.



