Familie:
Kermesbeerengewächse
Namen:
Amerikanischer Nachtschatten, Scharlachbeere, Schminkbeere
Der Gattungsname ist aus dem griechischen phyton (Pflanze) und dem italienischen lacca (Lack) zusammengesetzt und bezieht sich auf die Früchte. Auch der deutsche Name bezieht sich auf die Fruchtfarbe: Kermes stammt von dem arabischen Wort für „Rot“.
Verbreitung, Vorkommen:
ursprünglich Nordamerika, inzwischen weltweit verbreitet. Die Kermesbeere ist in Europa nicht heimisch, ist im Mittelmeerraum jedoch verwildert und wird europaweit kultiviert.
Beschreibung:
Die Kermesbeere ist eine ca. 2 Meter hohe Staude, die durch ihre eigenwilligen Fruchtstände auffällt: hängende Trauben mit purpurnen bis schwarzvioletten zehnrippigen beerenartigen Früchten
Wirkstoffe:
Der Wurzeln: Triterpensaponine, Lectine, Histamine, Gamma-Amino-Buttersäure, alpha-Spinasterol
Giftigkeitsgrad, giftige Pflanzenteile:
giftig (z. B. Saponinmischung = Phytolaccatoxin, Mitogene), deshalb nur noch homöopathische Verwendung
Historische Verwendung:
Das Kraut und die Beeren spielten in der traditionellen amerikanischen Volksheilkunde zur Behandlung von Hautentzündungen, Wunden und Rheuma eine Rolle. Die Wurzeln fanden darüber hinaus Einsatz bei Regelbeschwerden, Verdauungsstörungen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, auch als Brech- und Abführmittel und sogar in der Behandlung von Krebserkrankungen.
Heutige Verwendung:
In der Homöopathie spielt Phytolacca eine wichtige Rolle bei Schleimhautentzündungen, insbesondere im Mund- sowie HNO-Bereich, in Verbindung mit Lymphknotenschwellungen und Mandelentzündungen, aber auch bei rheumatischen Erkrankungen. Darüber hinaus wird Phytolacca in der Homöopathie z. B. bei Schwellungen und Schmerzen der Brustdrüse, bei Blutergüssen und zur Förderung einer günstigen Narbenbildung eingesetzt.
Wissenswertes:
In Südeuropa wurde der Beerensaft zum Färben von Süßwaren und Wein verwendet. MelkerInnen schätzten den Einsatz von Kermesbeeren äußerlich bei Verhärtungen des Euters.



