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Löwenzahn - Taraxacum officinale

Familie:
Korbblütengewächse

Namen:
Butterblume, Kuhblume, Maiblume, Pusteblume, Bettsaicher. Der Name Löwenzahn bezieht sich auf die Blattform, Bettsaicher auf die harntreibende Wirkung

Verbreitung, Vorkommen:
Sehr verbreitet auf der gesamten Nordhalbkugel, Massenvorkommen z. B. auf Kuhweiden

Beschreibung:
Mehrjährige Rosetten-Pflanze mit Pfahlwurzel, die bis zu 2 Metern tief wachsen kann; blüht fast ganzjährig, aber mit Schwerpunkt Mai leuchtend gelb, Öffnung der Blüten jedoch nur bei Helligkeit (Sonne); Fruchtstand: typische Pusteblume mit bis zu 200 „Fallschirmchen“

Wirkstoffe:
Inulin in den Wurzeln (im Herbst bis zu 40 %), Sesquiterpenlactone, Triterpene, Steroide, Flavonoide, Vitamine, Aminosäuren, Kohlenhydrate

Historische Verwendung:
Bereits Paracelsus und viele spätere Heilkundler sahen im Löwenzahn eine Universalentgiftungspflanze. Eine Pflanze die offensichtlich resistent gegen die verschiedensten Problemstoffe ist, muss ungeheure Widerstandkräfte haben, die ebenso dem Menschen nützlich sein könnten. Die gelben Blüten deuten nach der Signaturenlehre auf einen Leber-Galle-Bezug hin.

Heutige Verwendung:
Nachgewiesene Wirkungen: harntreibend, anregend auf die Galle-Sekretion, appetitanregend
Daher wird Löwenzahn bei Störungen des Gallenflusses, bei Völlegefühl, Blähungen und Verdauungsbeschwerden angewandt – vorwiegend als Tee. Aus erfahrungsheilkundlicher Sicht erfolgt der Einsatz auch bei rheumatischen Beschwerden, Steinleiden und zur Anregung des (Leber-)Stoffwechsels. Deshalb werden die frischen grünen Blätter, die man wie Salat zubereiten oder in Form von Pflanzenpresssaft trinken kann, häufig zur blutreinigenden Frühjahrskur empfohlen. Gerade die allgemeine Stoffwechselanregung ist es, die Taraxacum auch bei erhöhten Anforderungen an das Lymphsystem so wertvoll erscheinen lässt: Infekte und Entzündungen stellen zwangsläufig eine Mehrbelastung des Lymphsystems dar. Eine Anregung der stoffwechselaktiven Organe ist notwendig, um die Entgiftung zu unterstützen. In Rahmen der bewährten Indikationen in der Homöopathie stehen Leber- und Galleerkrankungen, Verdauungsbeschwerden sowie die allgemeine Stoffwechselanregung im Vordergrund der Anwendung.

Wissenswertes:
Die jungen, noch grünen Blütenkörbchen wurden als Kapernersatz verwendet. Ähnlich der Zichorie dienten die Wurzeln im Herbst als Kaffeeersatz. Die gelben Blüten fanden, wie viele andere, Verwendung zum Färben von Butter – daher auch der Name „Butterblume“. Die Pflanzen sind außerordentlich vital und anpassungsfähig: Zerteilt man den Wurzelstock längs und pflanzt einen Teil an einen Ort mit völlig anderen Lebensbedingungen (z. B. Gebirge), passt sich diese Pflanze innerhalb kürzester Zeit den neuen Bedingungen an – allerdings unter sichtbarer Veränderung ihrer Gestalt.