Familie:
Doldenblütengewächse
Namen:
Der Name Conium geht vermutlich auf kone (griech.) =Tötung zurück; Schierling eventuell auf das angelsächsische scearn= Mist – wegen des unangenehmen Geruchs der welken Pflanze.
Verbreitung, Vorkommen:
an Wegrändern, Ufergebüschen in Asien, Europa, Nordamerika
Beschreibung:
is zu 2 Meter hohe krautige Pflanze mit trüb-weißen Blüten in 10-15-strahligen Dolden. Sie ist für den Laien schwer von den vielen anderen weißen Doldenblütlern auf unseren Wiesen und Wegrändern zu unterscheiden.
Wirkstoffe:
verschiedene Alkaloide, hauptsächlich (+)-Coniin und γ-Conicein
Giftigkeitsgrad, giftige Pflanzenteile:
sehr stark giftig - alle Teile der Pflanze, besonders die unreifen Früchte, beim Trocknen nimmt Giftigkeit langsam ab
Historische Verwendung:
Paracelsus sah –entsprechend der Signaturenlehre*- in den knotigen Auftreibungen an den Stängeln geschwollene Lymphknoten und verwendete das Mittel entsprechend. Im 18. und 19. Jhd. galt Conium als Heilmittel bei Krebserkrankungen. Untersuchungen dazu gehen auf v. Störck, den Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia, zurück. Als Auflage oder in Form von Salben verwendete man Conium früher auch bei Lymphdrüsenentzündungen, Brustentzündungen, eiternden Geschwüren. Dabei wurde eine heilende, schmerzlindernde und kühlende Wirkung beschrieben.
Heutige Verwendung:
Wegen der starken Giftigkeit wird Conium heute nur noch in homöopathischer Form verwendet. Hier erfolgt der Einsatz v.a. bei geschwollenen, schmerzhaften und verhärteten (Lymph-) Drüsen und Schwellungen.
Wissenswertes:
Das Alkaloid Coniin, einer der Hauptwirkstoffe von Conium wird sehr gut von der Haut und den Schleimhäuten aufgenommen und bewirkt Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod durch Atemlähmung bei vollem Bewusstsein. Als erste Beschreibung der Wirkung von Conium auf den Menschen gilt Platos Schilderung von Sokrates Tod 399 v. Chr.: Die alten Griechen nutzten den „Schierlingsbecher“ zur Vollstreckung von Todesurteilen.
*Signaturenlehre
Die Signaturenlehre ist die Lehre von den Zeichen in der Natur, die als äußere Merkmale auf Ähnlichkeiten, Verwandtschaften und innere Zusammenhänge hinweisen.
Bsp.: Walnuss – wegen der Ähnlichkeit der Nuss mit dem Gehirn wurden Walnüsse bei nachlassender Gehirnfunktion empfohlen – übrigens durchaus zu Recht, wie man heute weiß.
Die Signaturenlehre fand bereits im Altertum weite Anwendung, geht aber in ihrer schriftlichen Formulierung auf Paracelsus (16. Jhd.) zurück.



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