Familie:
Braunwurzgewächse
Namen:
Scrophularia = Verwendung der Pflanze gegen Scrophulose*
nodosa = Knoten bezieht sich auf die knollenartigen Knoten an den Wurzeln
Braunwurz kennzeichnet die Farbe von Blüten und Wurzelstock
Verbreitung, Vorkommen:
Mitteleuropa, Zentralasien, Nordamerika
Beschreibung:
Verbreitete, aber unscheinbare Pflanze mit kleinen, braunen Blüten. Auch der etwas modrige Geruch lässt sie für uns wenig attraktiv werden.
Historische Verwendung:
Im Altertum wurde Scrophularia bereits von Dioskurides erwähnt und auch die mittelalterlichen Kräuterbücher heben die Bedeutung bei der Behandlung von Geschwüren und Hautleiden hervor.
Heutige Verwendung:
Die heutige, ausschließlich homöopathische Anwendung bezieht sich im Wesentlichen auf Symptome im Hals-Nasen-Ohren-Bereich: Scrophulose*, Lymphknotenschwellungen, -entzündungen, Ohrenbeschwerden, Entzündungen der Atemwege und der Haut, aber auch auf allgemeine körperliche Schwäche.
Wissenswertes:
Interessant ist, dass die Signaturenlehre** bereits den Bezug zum Lymphsystem hergestellt hat: Die eiförmigen knollenartigen Knoten an den Wurzeln sind namensgebend (Knoten=nodosa) und erinnern an Lymphknoten.
Wirkstoffe:
Flavonoide, u.a. Diosmin und Hesperidin, Zimtsäurederivate, Iridoide, Alkaloide in Spuren
*Scrophulose ist die veraltete Bezeichnung für ein Krankheitsbild, nach dem man heute vergeblich in schulmedizinischen Lehrbüchern sucht, welches aber für den Naturheilkundler noch immer eine große Bedeutung hat: die Neigung zu Haut- und Schleimhauterkrankungen. Sie äußert sich oft im Milchschorf beim Säugling, späteren Hauterkrankungen bis hin zur Neurodermitis und in der Tendenz zu immer wiederkehrenden Atemwegsinfekten, insbesondere bei blonden und blauäugigen Kindern.
**Signaturenlehre
Die Signaturenlehre ist die Lehre von den Zeichen in der Natur, die als äußere Merkmale auf Ähnlichkeiten, Verwandtschaften und innere Zusammenhänge hinweisen.
Bsp.: Walnuss – wegen der Ähnlichkeit der Nuss mit dem Gehirn wurden Walnüsse bei nachlassender Gehirnfunktion empfohlen – übrigens durchaus zu Recht, wie man heute weiß.
Die Signaturenlehre fand bereits im Altertum weite Anwendung, geht aber in ihrer schriftlichen Formulierung auf Paracelsus (16. Jhd.) zurück.



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