Insbesondere um Nebenwirkungen und Risiken der Standardtherapien zu vermeiden und um vorbeugend die eigene Gesundheit aktiv zu fördern, hat sich ein starker Trend zur Naturmedizin etabliert. Die im Jahr 2004 erstmals durchgeführte Umfrage ("PASCOE-Studie") zu den Einstellungen, Assoziationen und Erfahrungen zur bzw. mit der Naturmedizin brachte eindeutige Ergebnisse: Rund 80% der Bevölkerung wollen Naturmedizin. 88 % der Bevölkerung glauben, dass die Naturmedizin Beschwerden lindert, und 82 % meinen, dass Naturmedizin eine Heilung von Krankheiten bewirken kann.
Mit der nun vorgelegten repräsentativen Studie mit 1.056 Bundesdeutschen soll nach drei Jahren das Meinungsbild der Bevölkerung zur Naturmedizin erneut erhoben und durch weitere Aspekte vertiefend untersucht werden. Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll, dass die Naturmedizin für eine immer größere Zahl von Menschen unverzichtbar geworden ist:
80,9 % der Bevölkerung bevorzugen die Naturmedizin als ihre Primärmedizin.
91,8 % versprechen sich eine bessere Wirksamkeit und weniger Nebenwirkungen.
Fast ein Drittel der Befragten hält sich im Hinblick auf Naturmedizin für gut oder sehr gut informiert. Allerdings fällt auf, dass bei Informationen über Naturmedizin Ärzten und Apothekern am meisten vertraut wird, währenddessen große Unsicherheit bei Informationen durch die Massenmedien zu diesem Thema besteht.
Naturmedizin ist der großen Mehrheit der Bevölkerung vertraut: Neben der breit genutzten Homöopathie haben jeweils fast 40 % der Befragten häufig oder sogar sehr häufig auch auf phytotherapeutische Medikamente oder auf die Einnahme von Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen zurückgegriffen. Die Qualität der Naturmedizin ist für die befragten Personen von großer Bedeutung. Für mehr als 80 % der Befragten steht dies an erster Stelle. Importierte Naturmedizin aus Asien steht im Hinblick auf die Qualität eine große Zahl der Befragten sehr skeptisch gegenüber.
Die Ergebnisse der Erhebung untermauern, dass Naturmedizin offensichtlich hohes Vertrauen genießt, weil sie die Menschen nicht nur in ihrer Ganzheit und mit größerer Nachhaltigkeit betrachtet, sondern bewusst auch auf das Prinzip der Eigenverantwortung setzt. Das zeigt zugleich auch Chancen und Ansatzpunkte für die traditionelle Medizin auf. In einer informierten und technisch entwickelten Gesellschaft muss dem Menschen und dem informierten Patienten stärker Rechnung getragen werden.
Prof. Dr. med. Josef Beuth
(Direktor des Institutes zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren, Universität Köln)
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