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Woran erkennt man eine Allergie?

  1. Sonnenallergie
  2. Sind Allergien immer gefährlich?
  3. Wie lange dauert eine Allergie?
  4. Ihre Beobachtung ist wichtig!

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem anders als zuvor beschrieben. Es kann nicht mehr zwischen schädlichen und unschädlichen Substanzen unterscheiden. Der Körper wehrt sich gegen harmlose Substanzen wie z. B. Pollen, Tierhaare, Kuhmilch, Hühnereier und Nüsse oder auch Farbstoffe in Lebensmitteln. Eine weitere Störung besteht darin, dass eine größere Menge von Antikörpern produziert wird. Normalerweise reicht die gebildete Menge gerade aus, um die Antigene unschädlich zu machen. Bei einer Allergie werden die Antikörper im Überschuß gebildet, die dann zu den Symptomen des Krankheitsbildes der Allergie beitragen.

Eine Allergie kann im frühen Kindesalter auftreten, macht sich jedoch am häufigsten zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr bemerkbar. Vieldeutige Symptome sind z. B. Nesselfieber, Ekzeme, Bauchschmerzen und Erbrechen, Asthmaanfälle und Husten sowie laufende Nase und Lidschwellungen. Auch Migräneanfälle, chronische Mittelohrentzündungen, Gelenkschmerzen, Durchfall und Verstopfung können allergischer Natur sein.
Die Krankheitssymptome treten normalerweise dort auf, wo das Allergen, also der allergieauslösende Fremdstoff, mit unserem Organismus Kontakt hat. Danach können auch die einzelnen Allergieformen unterschieden werden:

Allergieform

Betroffenes Organsystem

Beispiele für Allergene

Inhalationsallergie (z. B. Heuschnupfen)

Atemwege

Blütenstaub (Pollen), Pilzsporen, Tierhaare

Kontaktallergie (allergisches Ekzem)

Haut

Kosmetika, Modeschmuck (insbesondere aus Nickel), Pflanzen (z. B. Arnika, Chrysanthemen, Rainfarn und verschiedene Primeln)

Nahrungsmittelallergie

Magen-Darm-Trakt, Haut (weil die Allergene über die Blutwege dorthin gelangen)

Nüsse, Erdbeeren, Hühnerei-Eiweiß, Lebensmittelfarbstoffe

Arzneimittelallergie

abhängig von der Arzneimittelaufnahme

Antibiotika, Schmerzmittel

Insektengiftallergie

Haut, Atemwege

Bienen, Wespen

Sonnenallergie

Haut

UV A-Strahlen

Am Beispiel des Heuschnupfens soll der im Körper ablaufende Prozess beschrieben werden: Nach dem ersten Kontakt mit Pollen werden - vom Betreffenden unbemerkt - Antikörper gebildet. Kommen diese Pollen bei der nächsten Blütezeit von Blumen, Bäumen oder Gräsern wieder mit der Nasenschleimhaut in Berührung, wird das Abwehrsystem alarmiert, obwohl der Pollen harmlos ist. Die Allergene (Pollen) verbinden sich mit den Antikörpern, diese lösen eine Reaktion an bestimmten Zellen des Körpers, den sogenannten Mastzellen aus. Diese setzen die in ihnen enthaltenen chemischen Substanzen, u. a. Histamin, frei, die dazu führen, dass der Pollenallergiker niest, seine Schleimhaut anschwillt, die Nase läuft, die Augen sich röten und tränen.

Sonnenallergie

Allergische Reaktionen können sogar durch Sonneneinwirkung zustande kommen. Bei manchen Menschen kommt es zur Bildung großer Blasen, die nach dem Abheilen Narben hinterlassen. Allgemeine Beschwerden sind starke Hautrötungen mit anschließender Nesselsucht und starkem Juckreiz.

Erstaunlicherweise können Zusätze aus Sonnenschutz- und Hautpflegemitteln die Haut besonders lichtempfindlich machen, weshalb bei betroffenen Patienten spezielle Gels ohne Emulgatoren empfohlen werden. Die Anwendung von Sonnenschutzpräparaten mit höherer UV-A-Filterwirkung ist ebenfalls hilfreich.

Sonnenallergien können auch in Verbindung mit der Einnahme von Medikamenten entstehen. Man nennt den Vorgang Photosensibilisierung und versteht hierunter eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Licht. Insbesondere Antibiotika (z. B. Tetrazykline) oder Bergamotteöl, welches in einigen Teesorten wie z. B. im "Earl Grey" enthalten ist, oder aber der Zusatz von optischen Aufhellern in Waschmitteln können zu allergischen Reaktionen führen. Die erste Maßnahme ist daher der Schutz vor UV-Strahlen. Bei der Medikamenteneinnahme müssen entsprechende Warnhinweise in der Packungsbeilage beachtet werden.

Sind Allergien immer gefährlich?

Die meisten Allergieformen laufen von Patient zu Patient unterschiedlich ab. Fast immer sind aber allergische Reaktionen auf Insektengifte problematisch. Auch bei Arzneimittelallergien reicht die Spannweite der möglichen Reaktionen von harmlos bis zu heftigen Reaktionen, die eine sofortige ärztliche Hilfe erforderlich machen.

Wie lange dauert eine Allergie?

Je nachdem, worauf ein Patient allergisch reagiert, ist natürlich auch die Dauer der Beschwerden unterschiedlich. Die Patienten, die auf Staubspuren oder Hausstaubmilben reagieren, sind das ganze Jahr gleich stark betroffen ohne eine Erholungspause. Wenn Sie unter Heuschnupfen leiden und wissen, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren, können Sie dem Pollenflugkalender entnehmen, wann die "Hochsaison" Ihrer Erkrankung ist und wann Sie voraussichtlich keine Beschwerden haben.

Eine weitere, stets aktuelle Information gibt Ihnen der Pollenwarndienst, dessen Telefonnummer Sie unter dem Link "Adressen" finden.

Ihre Beobachtung ist wichtig!

Eine unangenehme Eigenschaft der Pollenallergie ist es, dass diese meist mit Krankheitserscheinungen zunächst nur auf eine Pollenart beginnt, sich dann jedoch auf weitere Pollenarten ausdehnen kann. Schlimmstenfalls kann das für den Patienten zu einem Ganzjahresheuschnupfen führen, dem sich bei extremer Ausprägung ein Bronchialasthma hinzugesellt.

Auch wenn nur ein geringer Teil der Allergien wirklich gefährlich oder lebensbedrohlich ist, führen sie doch in jedem Fall zu störenden Beeinträchtigungen im Alltagsleben. Daher ist es wichtig zu wissen, worauf die allergische Reaktion erfolgt, damit eine gezielte Behandlung möglich ist. Dazu ist es notwendig, dass Sie sich genau beobachten und aufschreiben, wann genau die Krankheitserscheinungen (Symptome) auftreten. Wichtig ist das auch deshalb, weil einige Symptome durch Allergien, aber auch durch andere Krankheiten verursacht werden können und Ihr Therapeut ja herausfinden soll, woran Sie leiden. Sie sollten daher alle ungewöhnlichen Beobachtungen über einen längeren Zeitraum aufschreiben, d. h. Datum und Uhrzeit des Auftretens, was Sie zuvor gegessen haben oder welche Tätigkeiten Sie durchgeführt haben (Sonnenbad, Spaziergang über eine große Wiese, ...). Einen Merkzettel, auf dem Sie Ihre Beobachtungen notieren können, finden Sie im Anhang dieser Broschüre.