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Der Bewegungsapparat

  1. Der Bewegungsapparat
  2. Knochen
  3. Gelenke
  4. Wirbelsäule
  5. Muskulatur und Sehnen

Der Bewegungsapparat

Der Bewegungsapparat des Menschen setzt sich überwiegend aus Knochen, Gelenken sowie Muskeln und Sehen zusammen. Dabei wird zwischen einem passiven (festen) und aktiven
(beweglichen) Bewegungsapparat unterschieden.
Das gesamte Skelettsystem mit seinen Knochen, Gelenken und Bändern wird als passiver Bewegungsapparat bezeichnet. Die zentrale Rolle im Skelettsystem übernimmt die Wirbelsäule, die als Stütze des Ganzen fungiert.
Den aktiven Bewegungsapparat bilden schließlich die Muskeln, die über die Sehnen an den Knochen befestigt sind und eine aktive Bewegung des passiven Bewegungsapparates ermöglichen.
Folglich haben wir es der Leistung des gesamten Bewegungsapparates zu verdanken, dass wir aufrecht gehen, uns drehen, bücken oder zufassen können.

Knochen

Das Skelett (griechisch: ausgetrockneter Körper) eines ausgewachsenen Menschen verfügt über 200 Knochen, von denen sich die Hälfte in den Händen und Füßen befindet. Knochen dienen neben der Stütz- und Haltefunktion für Weichteilgewebe auch dem Schutz bzw. der Stabilisierung lebenswichtiger, innerer Körperorgane. Sie bestehen aus Zellgewebe: im Einzelnen aus organischen Substanzen (hauptsächlich Protein Ossium), anorganischen Mineralien (Calzium, Phosphor, Magnesium) und Wasser (ca. 20%). Mit steigendem Alter nimmt die organische Substanz ab und die Knochenstruktur wird poröser. Bei den Knochenzellen, die u. a. für Knochenbildung und Knochenabbau verantwortlich sind, werden drei Arten unterschieden:

- Osteoblasten (Knochenbildungszellen)

- Osteozyten (Transportzellen für Nährstoffen)

- Osteoklasten (Fresszellen bei Knochenabbau)

Zwischen Knochenabbau und -bildung existiert ein empfindliches Gleichgewicht, dass, wenn es aus dem Gleichgewicht gerät und gestört wird, zu gravierenden Hindernissen führt. So kann etwa ein starker Knochenabbau die Beweglichkeit der Knochen und Gelenke einschränken.

Des Weiteren gibt es unterschiedliche Knochenformen.

Gelenke

Gelenke sind Verbindungsstellen zwischen Skelettteilen (z.B. Knochen), die es ermöglichen Knochen gegeneinander zu bewegen. Die Ausprägung der Beweglichkeit ist primär von der Knochenform, der Muskulatur und den Bändern abhängig. Ein einachsiges Gelenk wie etwa das Ellenbogengelenk erlaubt eine Beuge- und Streckbewegung. Das Schultergelenk beispielsweise ermöglicht als dreiachsiges Gelenk eine Rotationsbewegung.

Insgesamt besitzt der menschliche Körper über 100 Gelenke, die sich in zwei Hauptgruppen einteilen lassen: „echte“ und „unechte“ Gelenke.
Bei „unechten“ Gelenken – in der Fachsprache Fugen, Haften oder Synarthrosen genannt – werden zwei Knochen durch bindegewebige, knorpelhafte oder knöcherndes Füllgewebe verbunden. Diese Gelenke lassen sich kaum oder gar nicht bewegen. Beispielhaft können hier die Knochennähte im Schädel, die Bandscheiben oder das Kreuzbein angeführt werden.
Charakteristisch für „echte“ Gelenke – in der Fachsprache als Diarthrosen bekannt – ist die Trennung der gelenkig verbundenen Knochen durch einen Gelenkspalt. Die Gelenkflächen besitzen einen gefäß- und nervenfreien, druck- und zugelastischen Knorpelüberzug, der zwar ungleich dick ist, jedoch eine glatte Oberfläche bildet und gleitfähig macht. Das Gelenk wird von einer Gelenkkapsel umgeben, die die Gelenkhöhle luftdicht abschließt und bis in tiefe Schichten gefäß- und nervenfaserreich ist. Die Gelenkhöhle enthält die Gelenkschmiere (Synovia), eine dickflüssige, dem rohen Hühnereiweiß ähnelnde Substanz. Die Gelenkinnenhaut der Gelenkhöhle (Synovialmembran) scheidet die Gelenkflüssigkeit aus. Sie hat u. a. die Aufgabe, die Reibung an den Gelenkflächen zu minimieren. Ferner erhält der Gelenkknorpel seine Nährstoffe über die Gelenkflüssigkeit, da er keine Blutgefäße besitzt. Über die Gelenkschmiere werden zusätzlich Schlackstoffe oder Verschleißprodukte entsorgt, die sich im Gelenkspalt befinden. Durch eine regelmäßige Bewegung wird die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel „eingeknetet“. Bei Bewegungsmangel oder ebenfalls bei zu starker Bewegung über einen längeren Zeitraum wird der Knorpel unterversorgt und „verhungert“.

Schließlich kommt es zu einer degenerativen Veränderungen (Arthrose), da Knorpelgewebe nicht regenerationsfähig ist!

Wirbelsäule

Den Mittelpunkt des Skeletts bildet die Wirbelsäule, welche zentral im Gerüst eingeordnet ist. Sie setzt sich aus Wirbeln zusammen, die durch Zwischenwirbelscheiben (Bandscheiden), Gelenke und Bänder miteinander verbunden sind. Hauptsächlich dient die Wirbelsäule zum Schutz des Nervensystems und als Leitorgan für das Rückenmark im Wirbelkanal. Weiterhin kann sie durch ihre elastische Aufhängung und die Doppel-S-Form Stöße und Erschütterungen abfangen. Zudem wird der Einsatz von Oberkörper und Händen – somit der aufrechte Gang – durch die Beweglichkeit erst in vollem Umfang möglich.

Die Wirbelsäule lässt sich in verschiedene Abschnitte gliedern:

Muskulatur und Sehnen

Jede Bewegung erfordert die Betätigung von Muskeln. Insgesamt besteht der menschliche Körper aus über 600 Muskeln, die ca. 45% des Körpergewichts ausmachen. Dabei werden drei Arten von Muskeln unterschieden:

Für den Bewegungsapparat spielen die Skelettmuskeln eine wesentliche Rolle, weil sie willkürlich – also bewusst – gesteuert werden können. Durch das Zusammenspiel von Nervensystem und Muskulatur können sie zusammengezogen und wieder entspannt werden.

Die Skelettmuskeln sind durch Sehnen mit den Knochen verbunden und ermöglichen so deren Bewegung. Sehnen bestehen aus festem, aber biegsamem Bindegewebe. Zusätzlich zu den Sehnen gibt es Sehnenplatten, die die Form einer festen, dicken Haut besitzen. Um Sehnen eine unnötige Reibung durch etwa Knochen zu ersparen, werden sie durch Führungsröhren (sog. Sehnenscheiden) geleitet. Die Röhren bestehen aus zwei Hautschichten, zwischen denen sich Flüssigkeit befindet und eine Gleitfläche entsteht.