www.pascoe.de - Gelenkbeschwerden

Die Teufelskralle

  1. Anbau und Sammlung
  2. Gegenwärtige Lage in Namibia
  3. Geschichte
  4. Botanik

Anbau und Sammlung

Der Rohstoff Teufelskralle
Die Teufelskralle stammt aus den Savannen der Kalahari Südafrikas und Namibias. Seit 1953 wird sie aus Wildbeständen geerntet und von dort aus in verschiedene Länder exportiert. Die von der primären Wurzel oberflächlich austreibenden Sprossen liegen dem Boden an und erreichen eine Länge von bis zu 2 m, sternförmig um den Sproß verteilt. Mit diesem Habitus ist die Teufelskralle ein typischer Vertreter der Savannenpflanzen. An den Trieben befinden sich die gegen- oder wechselständigen gebuchteten Blätter. In den Blattachseln stehen die rotvioletten Blüten, die im Aussehen Gloxinien ähneln. Die verholzten Früchte bilden lange, verzweigte Arme mit ankerähnlichen Haken, wovon auch die lateinische Bezeichnung der Pflanze herrührt (harpago = Enterhaken, phytum = Pflanze, procumbens = niederliegend). Die kleinen Widerhaken der Teufelskralle heften sich an vorbeistreifende Menschen und Tiere und bleiben dort hartnäckig hängen. Die Verbreitung der Heilpflanze ist dadurch gesichert. Von der Primärwurzel zweigen sich die Sekundärwurzeln ab. Sie reichen bis zu 2 m in die Tiefe und bis zu 1,5 m zur Seite. In diesen Wurzeln kann die Pflanze bis zu 90% Wasser speichern.

Die südafrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens DC.) etablierte sich mehr und mehr als ein Mittel der Wahl zur Behandlung verschleißbedingter Gelenkbeschwerden (Arthrose). Die weltweit steigende Nachfrage hat inzwischen negative Folgen für den Wildwuchs dieser Pflanzenart. So hat die Wildsammlung der Teufelskrallenwurzel zu einem bedenklichen Rückgang ihres natürlichen Vorkommens geführt. Inzwischen wird die Pflanze ausschließlich kontrolliert gesammelt. Zum weiteren Schutz der mittlerweile in ihrer Existenz bedrohten Arzneipflanze bietet sich ein kontrollierter Anbau an - eine Maßnahme, die man bislang für nicht durchführbar hielt. Mittlerweile gibt es erste Anbauprojekte im südafrikanischen Namibia, die das Gegenteil beweisen.

Gegenwärtige Lage in Namibia

In Namibia wurde die Teufelskrallen-Sammlung bis vor wenigen Jahren von erfahrenen Einheimischen durchgeführt. Heute treten mehr und mehr landesfremde Händler in Erscheinung, die ohne profunde Kenntnis der Pflanze und ihrer Eigenschaften zerstörende Sammlungen organisieren. Harpagophytum procumbens ist jetzt nur noch auf ca. 4% des namibischen Territoriums anzutreffen - in den 50er Jahren waren es noch 12% der Landesfläche. Der Jahresbedarf an getrockneten Wurzelscheibchen lag damals zwischen 80 und 150 Tonnen. Während der 70er und 80er Jahre blieb der Jahresbedarf mit 85 bis 190 Tonnen relativ stabil.

Zu Anfang der 90er Jahre begann eine immer noch anhaltende Periode extremer Trockenheit, welche die natürliche Fruchtbildung und Keimung der Teufelskralle aufgrund ausbleibender Niederschläge hemmt. Gleichzeitig stieg die Nachfrage an der Wurzeldroge. Der 1975 zum Schutz der Teufelskralle eingeführte "Permit to Export" des namibischen Umweltministeriums hatte eine gewisse Kontrollfunktion. Bereits ab 1994 stiegen die Mengen exportierter Wurzelscheibchen wieder stark an, 1996 wiesen die "Permits to Export" 570 Tonnen getrockneter Teufelskrallenwurzeln aus. Diese offiziellen Zahlen spiegeln lediglich nur einen Teil der tatsächlich exportierten Menge wieder: Vergleicht man die Exportdaten mit den ausgegebenen phytosanitären Zertifikaten, ergeben diese wesentlich höhere Werte. Werden darüber hinaus noch illegale Ausfuhren über Südafrika berücksichtigt, ist zu verstehen, warum internationale Instanzen bereits diskutieren, Harpagophytum procumbens auf die Liste der bedrohten Arten setzen zu lassen.

Geschichte

Angeblich geht die Kenntnis der medizinischen Verwendbarkeit der Teufelskralle auf den deutschen Schutztruppensoldaten und späteren Farmer G. H. Mehnert zurück, der im Jahre 1904 während der Herero- und Hottentotten-Aufstände (1904 bis 1906) das Geheimnis eines Medizinmannes lüftete. Die Droge wurde von den Einheimischen in Südafrika als bitteres Tonikum bei Verdauungsstörungen, bei Bluterkrankungen, als Fiebermittel, als Schmerzmittel und bei Schwangerschaftsbeschwerden sowie bei Migräne verwendet. Nachdem die Therapie mit dieser Pflanze im europäischen Raum eingeführt worden war, wurde sie zur Behandlung von Stoffwechselkrankheiten sowie bei Leber- und Gallenleiden eingesetzt.

Botanik

Die Teufelskralle (=Harpagophytum procumbens DC.) ist eine krautige, mehrjährige Pflanze. Sie gehört zur Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae; Ordnung: Scrophulariales) und ist im südlichen Afrika beheimatet. Das Hauptverbreitungsgebiet der Teufelskralle liegt in Namibia. Weitere Vorkommen finden sich auch in der Republik Südafrika, Botswana und Simbabwe. Nicht verwechselt werden darf die hier besprochene Teufelskralle mit der gleichnamigen einheimischen Pflanzengattung Phyteuma (Campanulaceae).
Sowohl der wissenschaftliche Name (griech. Harpagophytum = Enterhakenpflanze) als auch die deutsche Bezeichnung "Teufelskralle" nehmen Bezug auf die charakteristische Form der Früchte. Diese im Reifestadium stark verholzten und mit spitzen Widerhaken versehenen "Trampelkletten" dienen zur Verbreitung durch Tiere und Menschen mit Hilfe von Fixierung auf dem Sandboden.